Die aufwendigste Kulisse Ihres Produktfilms existiert in vielen Fällen längst. Sie liegt in der Konstruktionsabteilung, als CAD-Baugruppe, als BIM-Modell der neuen Halle oder als 3D-Datensatz aus dem Vertrieb. Was dort für Fertigung und Freigabe gebaut wurde, lässt sich auf die LED-Wand bringen und wird damit zum Set, in dem echte Menschen stehen.
Für Industrieunternehmen ist das oft der kürzere Weg zum Film als jeder Dreh vor Ort. Die Maschine muss nicht stillstehen, der Prototyp nicht durch die Republik gefahren werden, und die Anlage, die erst in acht Monaten in Betrieb geht, ist trotzdem im Bild.
Warum Konstruktionsdaten nicht sofort filmtauglich sind
Zwischen CAD-Datei und Kulisse liegt Arbeit, und wer sie unterschlägt, plant den Drehtag falsch. CAD-Systeme beschreiben Geometrie mathematisch exakt über Flächen und Körper, weil daraus gefertigt wird. Eine Echtzeit-Engine dagegen rechnet mit Dreiecksnetzen und muss 24 Bilder pro Sekunde ohne Aussetzer liefern.
Vier Schritte liegen dazwischen:
- Tessellierung: Die exakten Flächen werden in ein Polygonnetz übersetzt. Die gewählte Toleranz entscheidet, ob eine Rundung im Close-up rund aussieht oder kantig.
- Entfeinern: Eine Baugruppe enthält alles, auch jede Schraube im Inneren und jedes Gewinde. Was die Kamera nie sieht, fliegt raus. Das ist der größte Hebel für die Performance.
- Material statt Farbnummer: CAD kennt Bauteilfarben, aber keine Oberflächen. Gebürstetes Aluminium, lackiertes Blech, Sichtbeton und mattes Glas entstehen erst als PBR-Material, und genau daran hängt der Realismus.
- Licht: Erst die Lichtsetzung macht aus einem korrekten Modell ein Bild. Das ist Kameraarbeit, keine Konstruktionsaufgabe.
Für Unreal Engine übernimmt Datasmith den Import gängiger CAD- und BIM-Formate. Die Automatik nimmt Ihnen den Import ab, die Bildwirkung nicht.
Was auf der LED-Wand dadurch möglich wird
Steht die Szene einmal in Echtzeit, ändert sich der Charakter des Drehtags. Die Kulisse ist nicht mehr fix, sondern ein Regler:
- Die Anlage im Maßstab 1:1, hinter der Ihr Produktmanager steht und erklärt, auch wenn die reale Maschine noch im Aufbau ist.
- Der Blick ins Innere: Gehäuse ausblenden, Schnitt durch die Baugruppe, Materialfluss sichtbar machen. Im echten Werk unmöglich, hier ein Klick zwischen zwei Takes.
- Varianten ohne neuen Dreh: Andere Lackierung, andere Ausbaustufe, anderes Hallenlayout für den Exportmarkt. Dieselbe Aufnahme, mehrere Fassungen.
- Echtes Licht auf echten Objekten: Steht das reale Produkt vor der Wand, wirft die virtuelle Halle ihr Licht und ihre Reflexionen tatsächlich auf Metall und Glas. Warum das gegenüber Greenscreen den Unterschied macht, erklärt In-Camera VFX vs. Greenscreen. Die Technik dahinter beschreibt Die LED-Wand erklärt.
Der Sonderfall: filmen, was es noch nicht gibt
Der stärkste Anwendungsfall ist der Film vor der Markteinführung. Messeauftritt, Vertriebsunterlage und Pressematerial werden gebraucht, bevor die erste Maschine steht. Aus Konstruktionssicht existiert das Produkt zu diesem Zeitpunkt vollständig, aus Filmsicht bisher gar nicht.
Genau diese Lücke schließt die Kulisse aus CAD-Daten. Sie drehen mit echten Menschen, echtem Licht und einer Umgebung, die exakt dem Freigabestand entspricht. Ändert sich der Stand, wird die Szene aktualisiert statt neu gedreht.
Was Sie vorbereiten sollten
Drei Punkte entscheiden, ob der Datenweg reibungslos läuft:
- Format und Stand klären. Neutrale Austauschformate wie STEP oder IFC sind meist der pragmatischste Weg. Wichtig ist vor allem, welcher Freigabestand gilt, damit nicht die vorletzte Revision im Film landet.
- Geheimhaltung früh regeln. Konstruktionsdaten sind sensibel. Was in die Szene darf und was vorher entfernt wird, gehört vor die Datenübergabe, nicht in die Drehplanung.
- Vorlauf einplanen. Die Aufbereitung ist Vorproduktion und passiert vor dem Drehtag. Wie sich das auf das Gesamtbudget auswirkt, zeigt So senkt Virtual Production die Drehkosten.
Warum das in der Region besonders naheliegt
Die Metropolregion Nürnberg lebt von Medizintechnik, Automatisierung und Maschinenbau. Das sind Branchen, in denen erklärungsbedürftige Produkte, lange Entwicklungszyklen und geschützte Werksbereiche zusammenkommen, also genau die Konstellation, in der ein Dreh vor Ort teuer und ein Dreh aus Daten günstig ist. Der Weg ins Studio ist kurz: Adresse und Anfahrt stehen unter XR Studio Erlangen / Nürnberg. Warum der Standort zählt, vertieft Virtual Production in Erlangen & Nürnberg.
Kurz gesagt: Ihre Konstruktionsdaten sind bereits eine Kulisse. Es fehlt nur der Schritt von der exakten Geometrie zum sendefähigen Bild, und der passiert vor dem Drehtag, nicht an ihm.
Mehr zum Studio und zu Mietmodellen: LED-Studio mieten und Virtual Production. Was ein Drehtag kostet, rechnen Sie im Drehtag-Rechner durch, oder fragen Sie direkt Ihre Verfügbarkeit an.